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Der Rhythmus der Heilung

Auf dem Weg in meine Heilung handelte ich lange Zeit sowohl in der beruflichen Praxis wie auch im Privaten nach dem Motto: Liebe heilt alles. Und Liebe hieß für mich dabei, die Dinge und Menschen anzunehmen, wie sie sind. Das stimmt auch – doch half es mir sehr mit der Zeit mehr und mehr zu erkennen, dass Liebe sich, wie der Rest der Welt auch, aus zwei Grundenergien zusammensetzt, der weiblichen und der männlichen. Yin und Yang.

In meinem Falle war es so, dass ich das Annehmen, das bedingungslose Ja zu einem Klienten, zu mir selbst und zur Welt, in den Mittelpunkt setzte. Es ist die Akzeptanz dessen, was ist, und es ist eine wunderbare Art und Weise, mit sich selbst ins Reine zu kommen, tiefer zu fühlen und größer zu werden. Sich ganz anzunehmen heißt schließlich auch, immer mehr Facetten seiner selbst kennen und lieben zu lernen, weniger Energie für das Verdrängen dieser aufwenden zu müssen und somit viel mehr Kraft für das Leben zur Verfügung zu haben, und mit ihm zu fließen.

Erst nach einer Weile bemerkte ich, dass Liebe auch bedeuten kann, klare Worte zu finden für das, was weh tut, schmerzt, noch unheil ist oder im Schatten. Klarheit über Konflikte, die nicht aufzulösen sind und Klarheit über Missbrauch und Verletzung, über die nicht einfach hinweggemalt werden kann.

Es kann so heilsam sein, klare, einfühlsame, ehrliche Worte zu finden für Situationen, die uns verletzt haben. In Liebe, ja, aber eben ohne sie gleich zum Verschwinden bringen zu wollen.

Klarheit im Sehen dessen, wo Liebe nicht ist.

Denn mit dem Mut, die Dinge (liebevoll) beim Namen zu nennen, geben wir ihnen unsere Aufmerksamkeit. Von nun an können sie sich beginnen zu wandeln und zu heilen.

 

Eigentlich ist nicht das eine besser und das andere schlechter, das bedingungslose Akzeptieren und das klare Benennen von dem, was noch nicht ist, was drückt, brennt, stört, sich dumpf oder langweilig anfühlt, wechseln sich ab.

Es ist ein Rhythmus: das Annehmen dessen was ist, und das Wachsen wollen, das Klarheit finden in dem, was (noch) nicht so ist, wie wir es haben wollen, was wir noch erreichen, was wir noch verändern wollen.

Nehme dir Stift und Papier. Suche dir ein konkretes Thema, mit dem du dich schon länger unwohl fühlst.

Zuerst rufe dir ins Gedächtnis, dass du alles, was du bislang getan hast, nach deinem besten Wissen getan hast. Wir Menschen entscheiden uns immer für die beste Lösung (die uns in diesem Moment zur Verfügung steht). Urteile also nicht über deine Vergangenheit, sondern betrachte dich mit Leichtigkeit. Hier und Jetzt, mit allem was war, bist du gelandet.

Das ist der Yin-Aspekt der Heilung.

Du kannst dir selbst ein Lächeln schenken oder eine Selbstliebeübung machen, damit ganz in der Akzeptanz deiner Selbst und deiner vergangenen Entscheidungen ankommst.

Nun – atme tief ein und aus.

Der Schuh drückt. Er ist zu klein geworden und ein neuer muss her!

Mache dir bewusst, dass das der Lauf des Lebens ist. Das Leben ist Wandel, die Dinge passen eine Weile und irgendwann nicht mehr.

Das ist der Yang-Aspekt der Heilung.

Meist ist daran das beängstigende, dass wir noch nicht wissen, was als nächstes kommt.

Wir sind eingeladen, tief in die Annahme des Moments des Nicht-Wissens zu tauchen.

Du bist am Leben. Das Leben ist Wandel und du bist auf deinem Weg. Das ist alles was du weißt.

Atme tief ein und aus.

Nun bastle aus dem problematischen Thema, welches du dir zu Anfang zurecht gelegt hast, einen Satz. Kein Drumherum. Keine Scheu. Ein Satz, der wahr ist, jetzt und hier, für dich.

Es ist so!

Brauchst du ein Beispiel?

„Ich kann diesen Typen nicht ausstehen!“

„Meine Gedanken drehen sich ums Scheitern und um Angst!“

„Mein Arbeitsplatz macht mich fertig, ich fühle mich erschöpft und ausgebrannt!“

Natürlich musst du hier deinen eigenen, punktgenauen Satz finden.

Atme ein und aus, und sage den Satz mindestens fünfmal laut vor dich hin.

Spüre, dass es wahr ist – nicht für immer, aber jetzt gerade.

Nun gehst du zurück zum ersten Punkt der Annahme, du lächelst dir selbst zu und weitest deine Selbstliebe auch auf diesen Punkt aus.

Du weißt, du willst etwas ändern. Du weißt, du kannst etwas ändern.

Für diesen Moment stehst du einfach in deiner Liebe, die annimmst, was ist und gleichzeitig mit Klarheit weiß, was noch wachsen kann.

Die Würze des Lebens besteht oftmals darin, sich den immer wieder neu auftauchenden Themen wirklich zuzuwenden.

Wenn das Leben unser größter Lehrer ist, dann heißt das, das wir alles, was auftaucht, als die nächste Lektion annehmen können.

Es heißt nicht, dass in einem glücklichen Leben keine Lektionen mehr enthalten sind, im Gegenteil: wenn wir lernen, dann werden auch unsere Lektionen komplexer und tiefer.

Und mit jeder gelösten Aufgabe geht es einen Schritt weiter und wir finden mehr und mehr zu uns selbst.

Die Schatten werden nach und nach von unserem Bewusstsein durchströmt und wir fürchten uns vor immer weniger Dingen.

Und doch bleibt dir Aufgabe immer dieselbe:

Annehmen, was ist und mit Mut und Klarheit aussprechen, was noch gesehen, gefühlt, geändert werden möchte.

Wenn du magst, träume dich nun in eine neuere, größere Vision deiner Selbst.

Du bist du!

Und du wirst dich verändern, denn das Leben ist Wandlung, gebe dir einen jetzt einen liebevollen Schubs in die richtige Richtung und entwerfe für dich eine neue Version des alten Themas.

Du hast nicht genug Geld? Gehe durch den Yin- und den Yang-Teil der Heilung, und träume dich dann hinein in dein größeres Selbst, das Geldfluss und -fülle lebt.

Du fühlst dich einsam? Gehe durch den Yin- und Yang-Teil der Heilung und träume dich dann in einen Kreis dich liebender Menschen.

Auf diese Weise wende dich deinen Themen zu.

Am besten du bastelst dir dann gleich noch eine Collage oder malst dir ein Bild mit deinen Wünschen.

Das Universum kann gar nicht anders, als dir deine Wünsche zu erfüllen, wenn diese aus der tiefen Liebe zu dir selbst heraus wachsen.

Viel Spaß dabei!

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Photograph by Schröder und Schömbs PR

https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

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